Möge das Hagenteuer beginnen

Der Benny reist durch Südamerika

17April
2014

Bolivien - 3 Wochen Abenteuer

Hola! Ich bins mal wieder!! Ich bin in der letzten Zeit ueberhaupt nicht dazu gekommen, meinen Blog weiterzuschreiben... Es fehlte entweder die Zeit oder ein Rechner! Ich bin mittlerweile schon 2 Wochen in Peru und hab hier schon die coolsten Sachen erlebt. Aber in diesem Eintrag soll Bolivien im Vordergrund stehen. Eines der wohl landschaftlich schoensten Laender ueberhaupt!

Salar de Uyuni - eine andere Welt

Nachdem wir die Grenze ueberquert haben, gings dann gleich weiter nach Tupiza. Das ist ein guter Ausgangspunkt fuer die Tour zu dem Salzsee Salar de Uyuni. Eines der Highlights in Suedamerika, auf das ich schon lange gewartet habe!! An der Grenze haben wir Emma (London, 31) kennengelernt, mit der wir dann auch die Tour gemacht haben. Insgesamt waren wir 5 + unser Guide Dionocio. Von unserer Agentur sind 3 Jeeps losgefahren, in einem war dann auch der Koch drin. Die anderen beiden Personen waren Zak (Eng, 19) und Sam (Fr, 22) die sich in Sevilla kennengelernt haben. An der Stelle muss ich gleich mal erwaehnen, dass wir 5 uns immer wieder und oft getroffen haben. Eine coole Truppe!

Die Tour dauert 4 Tage und endet in der Stadt Uyuni. Man faehrt 90 % offroad durch steppen- und wuestenartiges Gelaende. Es gibt immer ein Fruehstueck, Mittag, Tee und Abendbrot. Man wird sehr gut versorgt! Unser Guide war aber alles andere als gespraechig, ca. 50 Jahre alt und hat 20 Jahre in einer Silbermine gearbeitet. Er hat sein bestes gegeben :) Unterwegs sieht man tolle Steinsformationen, 1000e Lamas, perfekte Vulkane und am Schluss gehts dann auf den Salzsee an sich. Die Bilder geben einen Eindruck von dem ersten genialen Tagen in Bolivien. Und ab dem zweiten Tag der Tour habe ich mich auch wieder blendend gefuehlt, keine Erkaeltung, keine Kopfschmerzen! Probleme gab es trotzdem: bis zum letzten Tag hatten wir keine Panne, nix. Wir haben viele andere Jeeps mit Problemen (Platten, kaputte Batterie etc.) gesehen. Auf der eigenlich harmlosesten Strecke auf dem Salzsee (es ist flach) hatten wir dann 3 platte Reifen... Und am Ende nach der Tour sind wir nicht von Uyuni weggekommen, weil die Minenarbeiter gestreikt haben. Alle wichtigen Verkehrsachsen des Landes wurden blockiert, es ging nichts! Leider ist Uyuni einer der schlechtesten Orte um festzuhaengen! Es ist ein dreckiger oller Ort voller Touristen. Wir wollten nach La Paz und haben es dann am naechsten Tag nach Oruro geschafft (nur 3 h suedlich von La Paz). Dort wurde beinahe ein Militaerflugzeug fuer 10 Euro bereitgestellt, aber wir mussten auch dort eine Nacht bleiben. Es war viel los deswegen und Zak hat es in eine Pressekonferenz und ins bolivianische Fernsehen geschafft! 

Hinterland von Tupiza Blick ueber die Stadt Der erste Schnappschuss im Jeep unser Vehikel durch die Wueste ich vor der Laguna Verde links der Guide vom andern Jeep, rechts unser Laguna Colorada mit Flamingos Panorama auf Felsen Kletternfliegen verbotenkaputter Reifen - nicht der letzteMittagDinner im Salzhostelnochmal Reifen wechselnauf der KaktusinselGruppenfotoPerspektiveauf dem ZugfriedhofZak wird interviewt

La Paz - eine Stadt voller Minibusse

Von Oruro ging es dann tatsaechlich am naechsten Tag ohne Probleme nach La Paz. Die Blockade war inzwischen aufgehoben, man hat nur ein paar verbrannte Autowracks auf der Strasse gesehen... La Paz an sich hat mich ueberrascht, es hatte mehr zu bieten als ich gedacht habe. Die Stadt liegt in 3600 m Hoehe in einem riesigen Talkessel. Man hat spektakulaere Ausblicke auf die Stadt von weiter oben. Ich bin dann im Hostel Wild Rover eingekehrt, dass einerseits richtig gut und andererseits ziemlich schlecht war:

Vorteile:

  • sehr sauber und gepflegt
  • warme Duschen (nicht ueblich in Bolivien)
  • gut organisiert
  • beste Betten seit langem
  • hoechste irische Bar der Welt mit richtig gutem Essen
  • gute Lage

Nachteile:

  • 90 % der Gaeste Englaender, 10 % Israelis (ein bisschen Abwechslung waere toll...)
  • keiner von denen verlaesst seine Komfortzone: keiner spricht auch nur ein Wort Spanisch und verweigert es auch strikt zu lernen; es sind alles Partytouristen, die den ganzen Tag nur an der Bar haengen und nix selbst auf die Reihe kriegen (bei manchen habe ich mich echt gefragt, warum die ihr Land verlassen haben!)
  • eben durch die ganze Meute ist es natuerlich sehr laut (zum Glueck macht die Bar um 2 Uhr dicht)
  • keine Spur von irischer Musik :'(, alles nur 08/15 Partypop
  • keine Kueche

Dennoch habe ich das Hostel gemocht, eben aufgrund der Vorteile :) Wir haben uns (also die Uyuni-Truppe) auch ab und zu im Hostel getroffen, um Billard zu spielen. Ansonsten hat man sich in irgend einem Lokal der Superlative zum essen (gibt ja keine Kueche zum kochen) verabredet: hoechstes schweizer Fondue, hoechstgelegene Brauerei, hoechstgelegenes sonstewat! Es gab echt nette Kneipen und Bars... aber lokales Essen ist dann natuerlich Fehlanzeige! Und wie kommt man zu den Orten? Natuerlich mit Taxi oder Bus. Der ganze Verkehr besteht im Grunde aus Taxen und Minibussen. Und wie auf dem Markt schreien Leute aus den Bussen wo es hingeht, um Leute zu werben. Verrueckt! 

Blick ins Zentrum Fussball in 3600 m Hoehe! Blick auf den Illimani Strassenszene auf dem Friedhof das Regierungsgebaeude die Kathedrale Blick von El Alto auf die Stadt Dieser Berg wird noch interessant...

Death Road - mit dem Fahrrad auf der gefaehrlichsten Strasse der Welt

Ein Must-Do ist mittlerweile, die Yungasstrasse ("Death Road") mit dem Fahrrad runterzubrettern. Es gibt viele Agenturen, die alle den gleichen Service fuer einen fairen Preis bieten: Fahrraeder in Top-Zustand, Ausruestung, Verpflegung, 1 Guide pro 5 Personen, die Rueckfahrt mit dem (natuerlich) Minibus nach La Paz und Bilder. Man wird morgens abgeholt und faehrt dann auf einen 4700 m Pass, von dem es dann losgeht. Wir waren insgesamt zu neunt, also gab es 2 Guides. Zusaetzlich faehrt dann der Bus immer hinterher. Man kann also einfach seine Sachen (oder seinen Schlauch) wechseln. Insgesamt war das aber eine recht entspannte Angelegenheit! Man braucht ja (im Gegensatz zum Auto) keine 2 m, um passieren zu koennen. Es hat sehr viel Spass gemacht! 

Vorbereitungerstes Gruppenbild zweites Gruppenbild Ickevolle Fahrt! Instruktionen zum Ueberholen drittes GruppenbildBlick auf die eigentliche Death Road Am Anfang der Death Roadeasy! mit Auto? Niemals! Icke 2viertes GruppenbildNummer 5Nochmal schoener Wasserfall auf dem WegNass oder nah am Abgrund?!    

Huayna Potosí - 6088 m Wahnsinn

Gleich einen Tag spaeter gings dann auf ins naechste Abenteuer. Aber diesmal ein ganz besonderes!!! Eine 3-Tages Tour auf einen Berg. Nicht irgendeinen, sondern den Huayna Potosí, ein 6088 m hoher Berg in der Naehe von La Paz. Ich habe mich bewusst gegen die 2-Tages-Variante entschieden, da man einen Tag mehr zum Akklimatisieren hat. Ich bin dann frueh zur Agentur gelaufen, habe die Ausruestung anprobiert und habe dann erst alle Teilnehmer kennengelernt. Wir waren zu acht + 4 Guides, also ein halber Guide pro Nase. Es war eine sehr bunte Truppe: Steve & Travis (CAN), Chris (ENG), Kristian "Reinhold Messner (siehe Bilder)" (NOR), Jakub (POL), Leon (CH), Sarah (BaWü) und ich. Die Chemie hat von Anfang an gestimmt, alle waren gut drauf. Nur Leon hat mir Leid getan, weil er KEIN Wort Englisch gesprochen hat. Franzoesische Schweiz halt... 

Nach einem Stopp im wohl aermsten Teil von La Paz um guenstig einzukaufen (Wasser, Snacks, Coca-Blaetter fuer den Tee, und Sorochi-Pillen gegen die Hoehenkrankheit) ging es dann in nur 1 h mit -klar- einem Minibus zum Basecamp in 4700 m Hoehe. Auf dem Weg dahin konnte man ihn schoen sehen, den zu erklimmenden Riesen! Das Wetter war auf unserer Seite! Nach einem kurzen Tee gings dann mal eben fuer 3 h auf einen Gletscher, um zu lernen wie man auf Steigeisen laeuft und es gab eine 15 m hohe Eiswand, die wir nur zum Spass hochklettern konnten. Soll heissen: Auf dem eigentlichen Weg auf den Gipfel muss man nicht ueber alpine Faehigkeiten verfügen, da der ganze Weg "laufbar" ist. Es muss also nichts geklettert werden! An dieser Stelle mal ein Wort zum Preis: die ganze Aktion hat keine 100 Euro gekostet!! 3 Tage Komplettpaket mit allen Mahlzeiten, Ausruestung, Unterkunft in den Huetten und natuerlich die Guides. Allein die 3 Stunden auf dem Gletscher rumspazieren am ersten Tag haette in Patagonien 100 Euro gekostet! Bolivien fetzt. Ok, unsere Guides konnten nur ein paar fetzen Englisch, was wiederum einen stolzen Moment fuer mich zur Folge hatte: Ich als Deutscher habe fuer die andern das Spanisch ins Englisch übersetzt! Ja, mittlerweile gehts voran mit dem Spanisch :) Guenstigerweise sprechen aber auch die Bolivianer sehr langsam und deutlich. Zurueck in der Huette gabs dann Tee und Abendbrot (wie bei der Uyuni-Tour) und dann haben wir ca. 3 Stunden lang Karten gespielt und ueber jeden Mist gelacht. Wie gesagt, die Truppe war schwer in Ordnung.

Am naechsten Morgen gab es ein einfaches Fruehstueck bis auf eine Ausnahme: Sarah hatte Geburtstag! Da gab es von den Guides Pan-Cakes mit einer Kerze. Richtig lieb! Nachdem alle Sachen gepackt waren, ging es dann fuer eine 2 Stunden-Wanderung zum Highcamp auf 5130 m. Dort gabs ein gutes Mittag und wir haben mal wieder ein paar Runden Karten gespielt. Danach haben wir ein bisschen die Umgebung erkundet und um 6 Uhr gings dann ins Bett! Warum? Weil Aufstehen um Mitternacht angesagt ist! Der Gipfelsturm beginnt um 1:30! Gluecklicherweise konnten alle gut einschlafen, aber uns brauchte dann keiner wach machen... es hat naemlich gestuermt und geschneit wie verrueckt draussen! Kein gutes Zeichen. Einer der Guides hat dann nach La Paz gefunkt und nach den Verhaeltnissen weiter oben gefragt. Alles OK hiess es! Und tatsaechlich, als wir dann Punkt 1:30 auf den Gletscher sind, hat es sich schoen aufgeklart. Es wurde bitterkalt :) Wir waren alle ausser Sarah. Ihr ging es in der Nacht schlecht und als wir los sind, war ihr hundeelend. Ich waere dann auch nicht gestartet... die restlichen 7 sind dann los, je 2 Mann angeseilt hinter einem Guide. Leon hatte seinen Privatguide. Ich habe zusammen mit Chris und unserm Guide Rami eine Seilschaft gebildet. Die erste Stunde ging konstant 45 Grad einen Gletscher hoch. Das war eigentlich gar nicht so wild. Allen ging es gut. Der Neuschnee ist dann an dieser Stelle sogar zutraeglich, da man nicht auf dem harten Gletscher laufen muss. Trotzdem ist es merkwuerdig, im stockfinsteren zu laufen. Mit der Kopfleuchte konnte man mal den Abhang runterleuchten. Man konnte es aber auch sein lassen. Nach 2 weiteren Stunden gingen bei den Leuten dann die Probleme los. 5750 m. Steve und Jakub hatten akute Kopfschmerzen, also Sorochi-Pillen eingeworfen. Chris hat ueber verdammt kalte Haende und Fuesse geklagt. Und ich? Ich war einfach nur voellig am Ende!!! Mir war nicht kalt und ich hatte keine Kopfschmerzen. Aber es fehlt einfach ein bisschen Sauerstoff da oben! Man atmet schell und jedes Wort oder gar schlucken ist ein Krampf! Naja wat willste machen, geht halt weiter. Nach weiteren guten 1,5 h kommt dann der schwerste Teil: erst ein ca. 30 m langes steiles Stueck, auf dem man sich irgendwie auf allen vieren und mit einem Eispickel fortbewegt. Und dann wurde es mental: die letzten ca. 100 Hoehenmeter mussten auf einem Grad ueberwunden werden. Eigentlich OK, da es rechts neben dem Weg ca. 50 cm hoeher war. Dort konnte man seinen Eispickel als Fuehrung reinbohren. Es gab nur ein Stueck, bei dem die Anhoehe fehlte. Fuer 10 oder 15 m. Dabei hiess es: totale Konzentration! links gehts ca. 200 m runter, rechts ungefaehr 1500 m! Der Weg war 30 cm breit. Der Guide meinte, nicht runtergucken, nur laufen. Ja, nur laufen. Easy. Wir waren ja auch angeseilt.... Die letzten Meter bis zum Gipfel gingen dann aber erstaunlich gut. Vielleicht, weil man das Ziel vor Augen hatte. Wir waren ca. 10 Minuten vor dem Sonnenaufgang oben, aber es war schon relativ hell. Eine atemberaubende Sicht!! Das war all die Muehe wert! Zu diesem Zeitpunkt waren wir 1500 m ueber den Wolken, dennoch hat man La Paz gesehen und viele andere Berge. Leider nicht den Titicacasee. Aber egal, es war ueberragend!! Und heute hatte Steve Geburtstag. Hat er gut geplant! Dann ging es wieder runter, viel einfacher als gedacht! Und mit der Sonne konnte man auch all die coolen Bilder machen :) Nach 2 Stunden waren wir wieder im Highcamp um unsere Sachen zu holen. Dort war ich voellig am Ende!! Es war wohl ein Mix aus Sonne, Hoehe, Muedigkeit und Erschoepfung, die meinen Kopf nicht mehr richtig funktionieren liessen. Das war voellig krass. Ich konnte nicht mal meine Schuhe ausziehen... Mit ein bisschen Hilfe ging dann aber auch alles und nach einer halben Stunde wieder im Basecamp war wieder alles in Ordnung. Dort war ich "nur" koerperlich im Eimer. Unser Guide hat uns dann noch vom ehemals hoechstgelegenen Skigebiet der Welt (letztes Bild) erzaehlt. Globale Erwaermung?!

Zurueck in La Paz (13 Uhr!!!) haben sich erstmal unsere Wege getrennt, aber wir haben uns um 8 auf ein Bier verabredet. Steve hatte ja immernoch Geburtstag! Das war wohl der laengste Tag meines Lebens. Fuer mich hatte der Trek aber noch 5 Tage ausgewirkt: ich hatte absolut keinen Hunger! Und ich war immernoch voellig im Eimer nach 3 Tagen... es war trotzdem jede Minute wert!! Und gluecklicherweise wusste ich von einem Ort, an dem man sich gut erholen kann: Coroico.

da gehts hoch?! Leon, Kristian und Chris erstmal sammelnauf zum Gletschericke auf GletscherInstruktionenJakub und Kristianich in der WandGeburtstagHigh CampSchlachtplanEiiiiishoechstes Klo, auf dem ich war!GipfelfotoGipfelfoto 2unser Guide RamiLa Paz von obenauf dem Weg nach untender Gradnochmal Blick zum GipfelDie Sonne zeigt sich!das schlimmste ist ueberstanden!Blick auf den IllimaniPanorama vom GletscherBlick auf La Pazder letzte Blick zurueckdas einst hoechstgelegene Skigebiet der Welt

Coroico - ein Paradies in den Yungas

Nach der harten Tour habe ich mich noch 2 Tage in La Paz gesammelt und bin dann direkt nach Coroico gefahren. Dieser Ort liegt am Ende der Death Road, 3 h von La Paz entfernt auf 1700 m Hoehe, kurz vorm Amazonasgebiet. Zum Glueck wurde 2007 eine neue Strasse gebaut, die die Death Road rechts liegen laesst. Man hat schoene Aussichten auf das Tal! In Coroico wusste ich von dem Hostal "Sol y Luna", also direkt dahin. Ich wollte eigentlich im Zelt schlafen, aber es war Regen angesagt! Also habe ich im Hostel selbst geschlafen, kann man fuer 6 Euro auch machen :) Die ganze Anlage ist im Prinzip ein riesiger Garten mit einem Hauptgebaeude, eben mit den Dorms und es gab jede Menge kleine Huetten fuer Paare und Familien, ein Haus fuer Yoga-Stunden und 2 Pools. Das ganze war sehr sauber und gepflegt und es wurde deutsches Essen (Spaetzle etc.) angeboten. Sehr verdaechtig! Also habe ich mal nach den Besitzern gefragt: ein deutsches Paar (ü 70) aus Stuttgart. 

In den 4 Tagen, an denen ich dort war, habe ich an sich nicht viel gemacht! Viel in der Haengematte rumgeasselt, viel gelesen, viel geschlafen. War aber auch wichtig! Ich habe in den ersten 2 Tagen das Gelaende nicht verlassen! Das essen war einfach viel zu gut dort. Und zum Fruehstueck wurde ich immer von einem Kolibri begruesst. Am dritten Tag hat mich Emma besucht und wir haben uns mit einem deutschen Paerchen aus Chemnitz auf den Weg zu ein paar Wasserfaellen gemacht. Eine herrlich entspannte Wanderung vorbei an Bananenplantagen. Am letzten Tag war dann richtig gutes Wetter und man hat die ganzen hohen Berge der Anden sehen koennen. Viel mehr gibt es dan auch gar nicht zu berichten, ich bin wieder zurueck nach La Paz gefahren und habe gleich einen Bus nach Copacabana an den Lago Titicaca genommen.

extreme Haengematting Die Anlage Der Garten Die Residenz mit der Nr 89 geht an den Start: Freddy Flinkfluegel Bananenplantagen Wasserfaelle! mehr Wasser Aussicht auf die Berge  

Lago Titicaca - Isla del Sol: die Geburtstaette der Inkas!

Der 4 h Bus nach Copacabana hat uebrigens nur 20 Bs (2 Euro) gekostet! :) Ich bin genau zum Osterwochenende dahin gefahren, ich habe trotzdem eine sehr guenstige Unterkunft bekommen (25 Bs) und habe nichts weiter gemacht. Denn es ging am naechsten Morgen mit dem Boot zur Isla del Sol. Das ist angeblich die Geburtstaette der Inkas. Unwissende glauben ja immernoch, dass die Indianer ueber die Beringstrasse nach Nordamerika gekommen sind... alles quatsch :) Nach 2,5 h bin ich am Nordteil der Insel angekommen und habe mir eine Unterkunft gesucht, ich wollte schliesslich eine Nacht dort bleiben. Ich habe mich dann gemuetlich an den Strand gechillt. Erst am Nachmittag, nachdem die meisten 1-Tagestouristen wieder weggefahren sind, habe ich mich auf den Weg gemacht, die Insel zu erkunden. Es ist eine wunderschoene Wanderung vorbei an alten Inkastaetten und kargen Kuesten mit tollen Straenden. Ich bin dann auf einen Berg gelaufen, um die Aussicht zu geniessen. Ich war ganz alleine dort! Man hat nur das Meer von einem See vor sich und sieht im Hintergrund die Anden. Ein Traum! 

Am Abend habe ich Jan (NL) und Karina (ES) kennengelernt, haben 2 Flaschen Wein geleert und Karten gezockt bis zum Gehtnichtmehr. Am naechsten morgen gings dann wieder zurueck nach Copacabana, ich habe meine letzten Bolivianos ausgegeben und den Bus Richtung Arequipa (Peru) genommen. 

Was wuerde ich bloss ohne die Berge machen... ! Copacabana Fahrt zur Insel Es gibt Strom auf der Insel Schwein gehabt mit dem Wetter  Bolivianische Frauen sehen alle so aus! toller Strand! Reis- und Maisterassen Mesa del Incas ein Traum! ich glaube das waren Touristen romantisch Jan und Karina Peru!!

Das waren alle Eindruecke zu diesem wunderschoenen Land "kompakt" zusammengefasst. Mittlerweile kann ich genauso viel zu Peru schreiben... Bald! In genau einem Monat gehts dann wieder zurueck nach Hause! Das fuehlt sich komisch an... aber ich freue mich auch schon!! Bis dahin gibts aber noch ein bisschen trekken in den Anden, Jungel in Ecuador und Karibik in Kolumbien. Ich sollte mich definitiv nicht beklagen!! Also bis bald :)

26März
2014

Argentiniens Nord-WESTE(R)N

Buenos dias!

Wie schon im Beitrag zuvor erwähnt, hat mich eine Erkältung erwischt... zum Glück gibt es in Salta nicht allzu viel zu machen und das Wetter war auch eher schlecht. Es hieß erstmal 3 Tage Bettruhe. Dennoch konnte man die Zeit ja nutzen um zu planen! Das erste Ziel war Cafayate, eine herrliche Kleinstadt 200 km südwestlich von Salta. Im hostel haben wir Nils aus dem flämischen Teil Belgiens getroffen und haben uns entschlossen für 2 Tage ein Auto zu mieten um eben nach Cafayate zu fahren. Allein die Straße (RN 68) dahin ist überragend schön! Wir kamen uns vor wie im wilden Westen, riesige rote Sandsteinformationen, 1000e Kakteen und endlose Weiten erwarten uns. Es war genial! 

Strasse nach Cafayate rote Felsen ohne Ende Sabrina, Nils und ich !! Mondlandschaft Riesenkaktus auf dem Rueckweg

Cafayate an sich ist bekannt für seinen guten Wein, also haben wir abends zu einem guten Steak eine Flasche dieses edlen Tropfens genossen. Am nächsten Tag ging es dann auh schon wieder nach Salta, um gleich den Bus nach Tilcara zu nehmen. Tilcara liegt an der wunderschönen RN 9 Richtung Bolivien. Den Bus haben wir grad so bekommen und die Fahrt war eine Stunde lang sehr entspannt bis wir plötzlich scheinbar ohne Grund anhielten. Als es dann unerträglich heiß wurde, weil die Klimaanlage aus war, kam dann doch irgendwann mal einer der Kollegen vorbei und meinte: "Alle raus wir haben einen Motorschaden." Man dürfte sich das Elend angucken, offensichtlich gab es ein Leck im Kühlmittelkreislauf und der Motor ist überhitzt... nach ner guten halben Stunde kam dann ein neuer Bus und es ging weiter. Das musste ja irgendwann mal passieren. Ich habe Sabrina den Auftrag gegeben, das Wort Kühlmittelflüssigkeit auszusprechen, sie schafft das bis heute nicht! Durch die Verzögerung kamen wir sehr spät in Tilcara an, und natürlich war mal wieder Wochenende mit einem Feiertag am Montag. Das heißt wir haben schön spät im Dunkeln 1 h nach einem hostel gesucht. Ein Glück gings mir wieder besser. NICHT! Der Ort ist schon in einer beachtlichen Höhe, also wirds da auch scheene kalt nachts...

Trotzdem war es eine sehr entspannte Zeit, es gibt eine mit Kakteen übersäte Ruine und einen coolen Weg zu einem Wasserfall. War jut! Letzter Stopp in Argentinien war Humahuaca (alle Orte tragen hier Quechua-Namen). Hier ist man achon in knapp 3000 m und die Landschaft ist mal wieder herrlich. Man muss mir mal wieder die exzessive Nutzung der Worte großartig, wunderschön etc. Nachsehen. Guckt doch mal die Bilder an, das ist nunmal recht nett :)

 Blick in den kaputten Motor Kakteenwald in Tilcara Lamagehege auf der Ruine der Weg zum Wasserfall Schlucht! der Wasserfall! in Humahuaca

So langsam wich dann auch meine Erkältung einem stetigen um 10 Uhr morgens auftretenden Kopfschmerz... Paracetamol hilft aber ganz gut dagegen! Hier nochmal ein dickes Dankeschön an Herrn B. Franz für die Reiseapotheke!!!

Das nächste update gibt's dann aus einer anderen Welt: der salar de Uyuni in Bolivien! Ick weeß, ick bin ein bissel hinterher mit der Zeit aber in den letzten Wochen habe ich ruhige Minuten eher zum schlafen oder ähnliches genutzt als zum schreiben! Und hier jibts och nich imma computer un so. Tschöö!

16März
2014

Brasiliens Sueden

Hola hola!

Nach ca. einer Woche Brasilien bin ich jetzt wieder in Argentinien. In Floripa war in insgesamt 5 Naechte, vollkommen ausreichend! Die Insel (Ilha de Santa Catarina) ist wunderschoen mit herrlichen Sandstraenden. Aber viel mehr gibts da auch nicht zu sehen. Interessanterweise befand ich mich angeblich im besten Hostel Suedamerikas (The Guardian). An sich war es schon sehr cool, mit supernettem Staff und dem besten Essen ueberhaupt! Aber eines war trotzdem anders: Es ist nicht mehr das klassische Backpackervolk anzutreffen sondern eher partyhungrige fuer maximal 3 Wochen reisende Leute. Alle waren irgendwie im Job stehend und deshalb kuemmert sich keiner ums Geld! Auch waren die meisten deutlich aelter und wahrscheinlich auch aufgrund der Empfehlung einer britischen Zeitung auch voll von Englaendern. Irgendwie kamen alle grade vom Karneval aus Rio und waren unglaublich stolz darauf wie viel sie doch gesoffen haben...

Immerhin hab ich bei der Ankunft gleich 2 Slowenen kennengelernt, die im Prinzip auch das gleiche gemacht haben, aber wenigstens konnte man sich mit denen normal unterhalten :) Gut, beide waren auch E-Techniker und echt cool drauf! 

Ein Tag in diesem Hostel sieht folgendermassen aus: kurz vor 11 aufstehen, und die Reste vom (ueberaus guten!) Fruehstueck mitnehmen. Danach erstmal mit Leuten quatschen und ueberlegen an welchen Strand man faehrt. Oder es kam einer vom Hostel rum und fragte die Leute, ob man irgendwas machen moechte: Piratenboot, Riverrafting, alle moeglichen Ausfluege. Gegen 18 Uhr kam man meistens zurueck, duschte, trinkt 2,3 Caipis, wartet aufs wahnsinnig gute Abendbrot und dann kam einer (meistens wieder der gleiche Typ vom Hostel) vorbei und fragte in welchen Club man gehen wollte. Alles organisiert. Man traegt sich in eine Liste und wird von einem Bus abgeholt. Alles voller Gringos :P Man wurde auch foermlich gezwungen, da die Bar um 22:30 (Nachtruhe!) zumacht und alle Clubtouren um 23 Uhr starten. Eine halbe Stunde reicht, um sich in eine Liste einzutragen! Die Leute vom Hostel wussten halt wie das geht. 

Aber eben nach 5 Tagen habe ich fuer mich festgestellt, das ist nicht das wofuer ich nach Suedamerika gekommen bin. Sowas kann ich auch in Ibiza oder Mallorca haben! Gut die Straende waren schon schoen :) Dazu kommt, das Brasilien verdammt teuer ist, und auf die Art und Weise lebt man ueberhaupt nicht sparsam! Es war trotzdem ne coole Zeit und ich hab mich dann wieder so richtig auf neue Abenteuer gefreut. 

Michele (Zuerich) und Matey (einer der Slowenen) Nochmal Matey Der Sprug ins kalte Nass! gestellt, aber top :)

Und die Abenteuer sollten schnell kommen!!!! Denn mit einem relativ entspannten Nachtbus ging es nach Foz do Iguacu. Dort gibt es die beruehmten Wasserfaelle und den Itaipustaudamm. Ich habe im Hostel eingecheckt und gleich nach einer Tour zum Staudamm gefragt. Kein Problem, und am Nachmittag hin! Es war der Wahnsinn!! Es ist nach wie vor das groesste Wasserkraftwerk der Welt... Ich habe die special-tour gemacht, bei der man die Schaltwarte und die Generatoren besichtigen kann. Ist mir ja alles nicht so fremd :) Man hat vieles gelernt ueber die Geschichte und Technik. Und viele Fakten ueber die Verteilung der Energie nach Brasilien und Paraguay. Ja, geografisch war ich damit auch in Paraguay!

Panoramaansicht Der Stausee Der Rio Paraná (links Brasilien, rechts Paraguay) Icke vorm Fallrohr Die Schaltwarte (links Brasilien, rechts Paraguay)

Am naechsten Tag bin ich dann zur brasilianischen Seite des Iguacu-Nationalparks gefahren. Zuerst ging es dabei in den Parque das aves (Vogelpark). Da ist man in einer halben bis Stunde durch, es ist sehr entspannt! Man kann in viele Gehege reingehen und wird von Tropenvoegeln (Papageien, Tukane etc.) angeflogen! Das war schon ziemlich witzig :)

ein Tukan! sehr fotogen, der KollegeAngrybird oeffnet meine Schuhe -.-Die Tukane habens mir angetan!Im Schmetterling-Haus

Gleich danach gings dann endlich zu den Wasserfaellen. Wie immer habe ich dabei aber perfektes Timing was Wochentage angeht.... Natuerlich war Samstag und unendlich viele Leute unterwegs! Das Wetter war auch nicht so doll, aber insgesamt natuerlich schon schoen :) Was mich aber unabhaengig von den schoenen Aussichten auf die Faelle (von der brasilianischen Seite sieht man die ganzen Wasserfaelle zusammen) waren zum einen die knuffigen Nasenbaeren, die ueberall rumwuselten und zum anderen die Tatsache, dass der gemeine Tourist "nur" dahinfahren um Fotos zu machen. Viele Leute stellen sich mit dem Ruecken ans Gelaender und fragen nach einem Foto. Danach gehen se weiter. Ich war kurz davor zu fragen, ob sie die Wasserfaelle ueberhaupt gesehen haben! Ich mein die Leute nehmen irgendwie gar nicht wahr was da eigentlich abgeht...

Die erste Aussicht Nasenbaeren!!! Panorama von oben bis unten nass am oberen Ende knuffig! Weltuntergang

Am naechsten Tag sind wir (Sabrina, eine Französin, die in San Francisco lebt. Wir sollten fuer die naechsten Wochen die gleiche Route haben!) auf die argentinische Seite, nach Puerto Iguacu. Schnell im Hostel eingecheckt und dann los! Wir hatten nur noch 4 Stunden Zeit (die wir auch brauchten!!!). Alle haben einem im Vorfeld gesagt, dass die argentinische Seite besser ist, sogar die Brasilianer! Ein Chilene wuerde nie sagen, dass El Chalten in Argentinien schoener ist als Torres del Paine und umgedreht. Aber bei den Iguacu-Faellen ist das was anderes! Und ich weiss nicht ob es am herrlichen Wetter lag, aber die argentinische Seite war um Laengen besser! Man kommt viel naeher an die Faelle ran, kann auf mehreren km langen Pfaden laufen, und hat einfach viel mehr von der ganzen Sache.

Folgende Bilder kurzen weiteres Gelaber ab :D

ohne Worte kleine Faelle ein Traum! ein Kaiman! Leo ist mit am Start wieder Nasenbaeren am oberen Flusslauf des Rio Iguacu Panorama an der hmm in welches Land wollen wir?

Naechste Destination war Salta. Das waere eine 24 h Busfahrt gewesen. Ich bin ja eigentlich Busfahren gewohnt, aber es gab ein gutes Flugangebot! Also 2,5 h mit Aussicht auf das 3-Laendereck Brasilien-Argentinien-Paraguay. In Salta angekommen wollte ich dann eigentlich in irgendein Pub den St. Patricks Day zelebrieren. Daraus wurde aber nichts, da mich eine fiese Erkaeltung erwischt hat. War ja auch zu erwarten, nach fast 40 Grad und un 150 % Luftfeuchte bzw. den unterirdischen Temperaturen in den Hostels durch die Klimaanlagen.

Trotzdem haben wir im argentinischen Nordwesten viel gemacht! Das ist wieder eine ganz andere Landschaft mit sagenhaften Felsformationen. Gibt bald mehr!

 

11März
2014

Uruguay, unexpected highlights

Bom dia aus Florianopolis/Brazil!

Nach 2 tollen Wochen Uruguay bin ich jetzt in Brasilien angekommen. Ich fange jetzt mal von Hinten an, ist noch mehr im Gedaechtnis :) DIe Einreise nach Brasilien war sehr merkwuerdig! Die Grenzstadt Chuy/Chui ist geteilt und wie eine asiatische Stadt sehr wuselig mit vielen Staenden mit sehr viel Kram. Sobald man die Hauptstrasse ueberquert, ist man in jedoch schon Brasilien. Das haben wir ("wir wird noch erklaert") erst gar nicht gemerkt und waren erstmal in Brasilien was essen ohne dass wir es wussten. Das Problem war, dass wir noch keinen Ausreisestempel hatten und wieder 2 km zuruek mussten. Danach ging alles ohne Probleme, aber es ist schon sehr eigenartig. Ich koennte jetzt hier sein, ohne offiziell eingereist zu sein, denn den Brasilianischen Grenzposten haette man auch umgehen koennen. Wir haben es aber auf die altmodische, nicht im Schmuggler-Stil, Weise gemacht und alle Stempel geholt.

Wie schon gesagt, spricht man in Brasilien bekanntlich Portugiesisch, was ein Chilene im Bus auch erstmal zu spueren bekommen hat: er hat naemlich kein Wort verstanden! "Da siehste mal wie dit is", hab ich mir gedacht :) Bisher und vor allem in Uruguay habe ich schon viele Brasilianer getroffen und man ist sich mit anderen einig: Das brasilianische Portugiesisch klingt wie Spanisch mit russischem Akzent, eigentlich witzig!

Uruguay und Brasilien Floripa kleiner Vorgeschmack!

Zurueck zu Uruguay: Dieses Land hat mich fasziniert! Eine herzliche entspannte Atmosphaere und herrliche Kuestenabschnitte findet man hier! Toll!!

Nach Colonia bin ich nach Montevideo gefahren, mit WLAN im Bus. Im Hostel waren viele Studenten, die sich nach Unterkuenften fuer das kommende Semester umgeschaut hatten. Mit denen gings dann ins Pub zum Champions League gucken. Montevideo ist wie der kleine Bruder von Buenos Aires mit einer schoenen Altstadt, aber 2 Tage sind ausreichend. Zumal ich in den naechsten Tagen absolut unvergessliche Momente erleben sollte.

Plaza Independencia

Von MVDEO wollte ich als erstes und direkt nach Cabo Polonio. Das ist ein kleiner Fischerort 7 km weg von der naechsten Strasse, es gibt kein Wasser und keinen Strom. Nur ein paar Haeuser und viel Strand! Im Bus habe ich Maik kennengelernt (viele Gruesse an Jaqui!), ein Duesseldorfer, der am Anfang seiner Suedamerikareise ist und einen spanischen Vater hat. Ist ganz vorteilhaft, dass er fliessend spanisch spricht, denn die Kuestenort ist speziell zur Karnevalszeit voller Touristen, aber ohne Gringos (also Nicht-Latinos wie Europaeer oder Amis). Das heisst nix englisch! Zum Ort kommt man nur mit riesigen 4x4-Vehikeln, die eigentlich schon ein Highlight sind, aber es hat in Stroemen geregnet. Wir haben aber ein supernettes Hostel mit tollen Leuten getroffen, sodass der Regen eigentlich egal war. In der Nacht hat es sich dann auch aufgeklart, man konnte also am Strand 10 m weg vom Hostel Sterne gucken! Eines der besten Eindruecke bisher!!

 Spass im Regen das Hostel Gaspar und Conrado aus Sao Paulo einsam unberuehrt atemberaubend herrlich

Nach 2 Tagen inklusive Strandfussball, Kartenspiele, Wellenreiten und endlose Wanderungen auf den Duenen, gings mit einem 2,5 h Hike am Strand waehrend des Sonnenuntergangs zum naechsten verschlafenen Ort Barra de Valizas. Das klingt romantisch, waere es mit einer Maike hoechstwahrscheinlich auch gewesen ;)

Dort gab es einen herrliches Hostel mit Campingplatz unter Palmen. Auch dort macht man nicht viel ausser quatschen und chillen. Immerhin gab es dort wieder Strom und Internet, sodass man als Backpacker des 21. Jahrhunderts sich endlich wieder seinem Smartphone zuwenden konnte, haha.

Zeltplatz Grillbereich

Letzte Station in Uruguay war dann Punta del Diablo, auch ein herrlicher Fischerort mit entspanntem Flair und endlich wieder einem Geldautomaten! Nochmal danke Maik fuer die geliehene Kohle :) In diesem auch wieder coolen Hostel gab es dann auch wieder Gringos und ich habe den Leuten Knack beigebracht.

in der Haengematte chillen DIe Truppe

Von so einem Ort ist es sehr schwer loszukommen, aber man will ja auch wieder was neues sehen! Deshalb gings eben dann nach Brasilien. Mittlerweile ist Maik bei den Iguacufaellen, was auch meine naechste Station ist. Bis dahin werd ich wohl nochmal die herrlichen Straende der Ilha de Santa Catarina aufsuchen und 1,2 Worte portugiesisch aufschnappen.

Até logo!

24Februar
2014

Zurück in die Zivilisation und in den Sommer!

Ich bin mittlerweile in meinem dritten Land angekommen: Uruguay! Aber bis dahin hat sich einiges ereignet, also der Reihe nach...

In der Tat habe ich nicht geschlafen in der letzten Nacht in Ushuaia und das im teuersten Hostel bisher... Es war eine lange Party und irgendwie habe ich es geschafft puenktlich zum Bus zu kommen! Ich bin dann sofort eingeschlafen, aber die machten einen ja sofort wieder wach! Die Grenze nach Chile... eigentlich die unnoetigste Kontrolle ueberhaupt, weil es ca. 3 h spaeter wieder nach Argentinien ging. Also nichts mit gemuetlich ausnuechtern im Bus. Zumal es ja noch die Faehre gab :/ Der erste Stop war dann Rio Gallegos, dort war ich mit nem Ryan-Air-Piloten nen guten Burger essen, bevor es dann weiter mit dem Nachtbus nach Puerto Madryn ging. Dort gabs dann gleich mal die "Ueberraschung": 25 Grad! Sonne! Ein Traum :D 

Im Ort habe ich gar nicht so viel gemacht ausser gut Dollar getauscht und mich mit Lydia und Rico (die beiden Berlin-Dresdner vom Anfang!) verabredet. Die hatten ja mittlerweile ein Auto und haben die gleiche Route wie ich. Die hatten dann vor in 5 Tagen nach Buenos Aires zu fahren und haben einen Platz frei! Also fuer den naechsten Tag verabredet, da hat sich der ganze Aufwand gelohnt! Zumindest fuers erste.....

Die ersten Kilometer waren gepraegt durch das staendige Erzaehlen aller Erlebnisse der letzten 4 Monate! Schon interessant, denn obwohl wir ja die gleiche Route hatten, haben die vieles im Auto eben anders erlebt als ich mit Bus von Stadt zu Stadt.

Wie auch immer ich habe mit dem Betreten des Autos selbiges verflucht! Denn ploetzlich haben wir gehalten, weil Lydia eine Schlange auf der Strasse gesehen hatte. Wir umgedreht und geguckt ob die noch lebt. Ja sie lebte noch und war von unserer Neugier wahrscheinlich nicht so begeistert und beschloss einfach mal unterm Auto, neben dem Ersatzrad zu verschwinden! Und nein, die wollte da nicht mehr weg. Wir haben sie auch nicht mehr gesehen. Rico war sich auf jeden Fall sicher, dass sie auch in das Auto gelangen koennte, weil es grosse Loecher im Unterboden durch den Umbau gab. Wat machsten da?! Schlange im Auto, oder so. Naja wir haben erstmal versucht mit allen Mitteln sie da weg zu bekommen (davon gibt es mehrere unendlich lustige Videos!!!). Aber wir wussten ja nicht ob die giftig ist! Wir haben dann einen Brummifahrer angehalten. Der hatte auch keine Ahnung, also sind wir nach einer halben Stunde einfach weiter. "Die wird schon irgendwie rausfallen", dachten wir uns. 

Ja nischt is, nach 70 km kamen wir in Las Grutas, einem Badeort, an. Dort wollten wir eh uebernachten. Beim Aussteigen hat Rico sie dann endlich (?!) gesehen. Sie war also noch da, aber eben nicht IM Auto. Wir haben mehrere Leute gefragt, aber kein Argentinier kennt die Fauna seines eigenen Landes. Naja es wurde dunkel. und wir wollten wenigstens noch einen gemuetlichen Platz finden. Ich musste ja auch noch mein Zelt aufstellen. 

Am naechsten Tag war dann erstmal anbaden im Atlantik angesagt! Von der Schlange war im wahrsten Sinne keine Spur zu sehen. Wie auch immer, das Schlangenproblem rueckte ploetzlich komplett in den Hintergrund: Wir hatten irgendein Problem mit dem Getriebe. Rico hatte sich damals beim Autokauf (ein Nissan Pathfinder, BJ: 1998) schon geaergert, dass es ein Automatikgetriebe hat. Der einzige Makel des Autos stellte sich also als Problem dar. Und das war ein komisches. Egal ob in Neutral, Park, Back oder Drive, es war immer ein relativ hoher Gang drin. Also kein Rueckwaerts! Und nur hohe Uebersetzung. Komischerweise hat er auch hochgeschaltet beim beschleunigen. Fakt ist: es gibt ein Problem, bei dem ein Fachmann ran muss. In Las Grutas an sich haben wir einige "Tallers" abgegrast, keiner konnte uns helfen. Also haben wir beschlossen zum naechst groesseren Ort Viedma (ca. 200 km) zu fahren. Ging ja noch voran! Nach ca. 50 km machte das Getriebe merkwuerdige Geraeusche und baem, nichts ging mehr. Getriebe im Eimer! Standen wir also da. In der Wueste mitten im Nirgendwo. Waehrend Lydia und Rico der Verzweiflung nahe waren (zurecht!), habe ich probiert Autos anzuhalten. Der erste meinte, es gibt keinen Empfang, also ist es nicht moeglich einen Abschleppdienst zu rufen. Der zweite hat uns dann ohne grosses Zoegern abgeschleppt! 150 km nach Viedma. Und er wollte partout kein Geld von uns fuer das! Im Ort ging dann die Suche von neuem los. Und auch da konnte uns keiner helfen. Aber immerhin haben Leute davon Wind bekommen, dass wir Probleme hatten und uns ihren Hinterhof als Notlager angeboten. Und dann gab es da noch einen, der deutsch konnte und dann fuer die naechsten Tage nach Loesungen gesucht hatte. Stellt sich aber als schwierig heraus, da keiner ein Automatikgetriebe reparieren kann. Auf jeden Fall war das ein ganz komisches Gefuehl: so viel Hilfsbereitschaft ohne Hintergedanken. Wahnsinn!

Um das ganze mal abzukuerzen: Ich bin nach 3 Tagen weiter mit dem Bus nach Buenos Aires, weil ich ja auch weiterwollte und das knallhart gesagt ja gar nicht mein Problem war! Die beiden sind immernoch dort, das Getriebe wurde ausgebaut und nach Buenos Aires geschickt. Kostentechnisch wird sich das dann alles auf ca. 4000 Dollar belaufen! Eigentlich zu viel fuer die beiden, aber die haben so viel in den Wagen investiert, dass sich das eigentlich lohnt. Mal abwarten und Daumen druecken! Achso und die Schlange war nie wieder gesehen. 

Reunion in Pto Madryn Der Feind! was heisst giftig auf Spanisch?am linken Hinterrad andere Perspektive soo cool! Der Pathi, wo er noch ging Abschleppdienst Der Hinterhof in Viedma Claudia + Joan, die haben uns gut geholfen!

In Buenos Aires angekommen, gab es dann erstmal eine weitere Wetterueberraschung. Ich hatte weit ueber 30 Grad und 150 % Luftfeuchte erwartet. Im Januar waren es bis zu 44 Grad! Aber im Gegenteil, es waren so 25 Grad und luftig frisch! Angenehm. War auch gut! Denn die Stadt an sich erdrueckt einen sowieso. Speziell nach 2 Monaten Patagonien. Aber gut ich bin dann im Hostel Cruz del Sur, im tollen Stadtteil San Telmo untergekommen, nettes Hostel mit kleinen Zimmer und 10000 Muecken. Dort habe ich die Person mit dem interessantesten Job bisher kennengelernt: Ash Fusiarsky, ein Brite der die letzten 1,5 Jahre in der Antarktis war und dort nichts weiter macht als die ganzen Forscher bei Laune zu halten. Also neben einem Koch und einem Mediziner die wichtigste Person! Also wenn einer mal einen Bergfuehrer im Himalaya oder einen Survivaltrainer im Amazonas braucht:

http://ashf.moonfruit.com/

Ansonsten habe ich in BA erstmal 3 Tage gebraucht um klarzukommen. War noch ziemlich fertig von allem und musste mich erstmal akklimatisieren. Im Hostel gab es viele coole Leute, wie eben Ash und ich bin hier und da mal rumgelaufen. Interessanterweise sagten einem staendig die Leute, dass man hier und da nicht hingehen sollte, es sei zu gefaehrlich! Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, dass es alles nicht sooo wild ist. Man muss einfach mal die Augen offen halten und nicht nachts in den Favelas rumlaufen. 

Highlights waren: Tangoshows gucken auf oeffentlichen Plaetzen, Sonntagsmarkt in San Telmo, La Boca, die Abende im Hostel. Es war echt cool!

Vorm Regierungshaus der Obelisk Rieseneis! sag mal bitte einer wie der Schauspieler heisst!! Karneval San Telmo Strassenkuenstler (Funk) Tango im Hostel DachterasseEl Bambonero in La Boca La Boca   

Nach Buenos Aires wollte ich eigentlich direkt nach Uruguay, aber ich hab mich dann fuer eine andere Option entschieden: Rosario. In El Calafate hab ich einen Architekturstudenten kennengelernt. Er hat mich eingeladen! Also hin. Sich mit Locals treffen ist immer cool habe ich mir gedacht, aber es war ueberragend! Fabricio hat mich vom Busterminal abgeholt, und zu seinen Eltern gebracht. Sah ein bisschen aus wie in Zeuthen dort! Richtig nette Wohngegend, ich wuerde mal sagen nur die oberen 5 % koennen es sich leisten dort zu wohnen. Seine beiden Eltern waren auch Aerzte, mit Italienischen Vorfahren. Bei denen war immer alles "bellissimo". Es gibt ja bekanntlicherweise viele Auswanderer aus Italien in Argentinien. Das merkt von vor allem auch beim Fahrverhalten!!! In Chile konnte man einfach ueber die Strasse gehen. Auf jeden Fall habe ich mir einen perfekten Zeitpunkt ausgesucht: Wochenende! Am Freitag waren wir mit ein paar Kumpels in einem Pub. Die konnten alle Englisch und waren auch irgendwie Studenten, so um die 22 Jahre. Aber definitv die europaeischste Truppe die ich getroffen habe! Ihre Ansichten, ihr Verhalten, ihr Umgang. Und ach ja Geld ham se auch! 

Am Samstag haben wir eine Radtour durch die Stadt gemacht: das Haus von Gerardo Martino (Trainer FC Barcelona) ist unweit vom Haus der Eltern entfernt, Che Guevara kommt auch aus Rosario, genauso wie Lionel Messi. Und in Rosario wurde zum ersten mal die argentinische Flagge gehisst. Abends waren wir dann in einem Club. Ihr wisst Techno/Electro etc. ist nicht so meine Musik, aber bin ich ja gewohnt :) (Viele Gruesse nach Dresden!!! XD) Es war der Hammer! So bis 6 gedanced, um 9 raus, um 12 den Bus zurueck nach BA, um 18 Uhr die Faehre nach Uruguay.

Die Truppe im Vordergrund ist Fabicio In der Nacht am Rio Paraná er hat einfach mal ein Viertel von Basel nachgebaut! uffm Fahrrad die Uni Geburtshaus von El Che Panorama Rio Paraná das Monument das Rosarinische Feuer erlischt nie!! Haus von Gerardo Martino Uruguay

Jetzt bin ick hier im wunderschoenen Colonia del Sacramento! Mal gucken, bisher ist auch hier ganz nett :)

Viele Gruesse!

08Februar
2014

Bis ans Ende der Welt...

Hola! 

Nachdem ich in Puerto Natales im coolen Hostel noch 2 Naechte gechillt hatte, habe ich mich dann auf dem Weg nach Punta Arenas gemacht. Die suedlichste Großstadt der Welt! Aber viel Großstadt war eigentlich nicht zu spueren, der Ort an sich hat nicht viel zu bieten... aber es gibt verschiedene Moeglichkeiten Pinguine zu beobachten! Ich habe mich fuer die klassische Variante entschieden, mit einem alten Frachter auf die Isla Magdalena. Das ist eine Insel in der Magellanstrasse, auf der 60000 Brutpaare leben! 

Die Tour startete um 7.30 vom Hafen, heisst also um 6 aufstehen. Nachdem ich mich schon in Puerto Natales nich ganz so rund gefuehlt habe (war auch zu erwarten nach der 8Tagestour staendigem Temperaturwechsel), war die Erkaeltung jetzt auf ihrem Hoehepunkt. Ausserdem hat es wie aus Eimern geregnet! Musste mich ganz schoen aus dem Bett quaelen, aber hey, wann sieht man sonst Pinguine!! Beim Fruehstueck habe ich dann die Polin Katarzyna kennengelernt, die auch die Tour geplant hatte. Wir haben dann ein Taxi genommen und haben ein aelteres amerikanisches Ehepaar aufgegabelt, mit denen sie das W im Torres del Paine gemacht hatte. Von der 2stuendigen Bootstour habe ich nicht so viel mitbekommen, ich habe eher versucht zu schlafen...

Auf der Insel hatte man genau eine Stunde Zeit um einen ca. 5 m breiten abgezaeunten Weg zu einem Leuchtturm und zurueck zu laufen. Mit ungefaehr 200 Leuten! Aber letztendlich haben sich die Leute auf dem Weg verteilt, man hatte genuegend Platz und Zeit um die ganzen rumwuselnden Pinguine zu beobachten. Die haben auch keinerlei Angst vor Menschen, also ueberqueren sie nach Lust und Laune auch einfach mal den Weg vor einem! Das war schon cool :) 

Zurueck im Ort habe ich dann in der Zona Franca, einer Zollfreien Zone, guenstig einen USB-Stick und ein Vorhaengeschloss gekauft. Immer mit dem Hintergedanken: Das hier ist nach der langen Zeit meine letzte Station in Chile! Also zusehen, dass man die Pesos ausgibt oder in argentinische Umtauscht. Ich bin dann auch noch beim Friseur gewesen, wurde laengst ueberfaellig nach ueber 4 Monaten! Das letzte Mal war ich noch in Dresden...

Das Boot viele knuffige Pinguine! keine Angst vor Menschen autentisches Wetter Pinguinberatung und ein Paar? :) der hat in meinen Finger gebissen! bissel skeptisch isser schon!

Am naechsten Tag gings dann auch schon nach Ushuaia, Feuerland! Dort habe ich mich dann auch mit Kataryzna und Starr & Michael (die beiden Amis), um ein Auto zu mieten. Die Fahrt war sehr lange und unspektakulaer, Feuerlands Norden ist eher Einoede und Pampa. Erst um Sueden kurz vor Ushuaia wirds landschaftlich schoen. Richtig schoen! Deswegen hatte sich das Autoleihen am naechsten Tag echt gelohnt. Auch wenn man nach so vielen Bergen und Gletschern in Patagonien gar nicht mehr soooo begeistert ist! Ich war echt langsam gesaettigt von dem vielen Wind und dem kalten Wetter :P

Faehre nach FeuerlandAbendstimmung ueber Ushuaias Hafenschroffe BergeWunderschoene Taeler gabs auf der Fahrt...... mit diesem AutoMichaelEnde der Welt!Ushuaia, Anarktiskreuzfahrtschiffe, Flughafen, Beaglechannel und Isla Navarino!Suedamerika-Stein :)alle 3eine seltene Pinguinart!

Wie auch immer, das eigentlich Hauptthema fuer uns vier war folgendes: Wie kommen wir wieder weg? Die drei wollten so schnell und guenstig wie moeglich nach Puerto Montt in Chile, also weit weg und eben Chile! Ich wollte nach Puerto Madryn, und nachdem ich im Hostel einen Aushang gesehen hatte, gab es fuer mich ploetzlich vier Optionen: Fliegen (am schnellsten, aber kostet ca. 250 Euro), Bus (am einfachsten, ca. 120 Euro), das Auto, dass wir gemietet hatten, weiterfahren (stellte sich schnell heraus, dass das Kaese ist, weil die Drop-Off-Gebuehren bei 9000 Pesos, also ca. 800 Euro lagen) und eben der Aushang: ein Deutscher sucht einen Mitfahrer Richtung Buenos Aires (Perfekt, Datum passt wunderbar!) Ich dem also geschrieben, dass ich gerne mitfahren wuerde. Das habe ich sogar am Aben vorher gemacht! Er hat aber ewig nicht geantwortet, sodass die Zeit knapp wurde um irgendwas zu buchen. Ich habe mich dann also doch fuer den Bus entschieden, hat dann 1368 Pesos gekostet, was nach offiziellem Kurs mehr als 140 Euro waren! Aber ich hatte ja argentinische Pesos in Chile gewechselt, also nicht ganz so viel. Trotzdem teuer fuer 28 Stunden Busfahrt!! 

Und just als ich im Hostel zurueck war, kam dann die Nachricht, dass ich ohne Probleme mitfahren koennte -.- Die Mail hat der Typ echt eine halbe Stunde zu spaet geschrieben! Aergerlich. Das Ticket kann ich auch nicht mehr zurueckgeben, weil der Bus morgen frueh um 5 geht. Und ich ueberlege trotzdem, ob ich dennoch bei ihm mitfahren soll! Der Verstand siegt aber, schliesslich kenne ich den ja auch ueberhaupt nicht, und wenn wir uns verfehlen, kann ich mir dann mal schoen noch ein Busticket holen... 

Ja wie gesagt der Bus geht morgen frueh um 5, das Hostel ist in Partylaune, also irgendwas sagt mir, dass ich erst nach um 5 und nicht im Bett schlafen werde... ma kieken!

05Februar
2014

Südpatagonien

"Der Wind, der verdammte Wind" - aus "In Patagonia" by Bruce Chatwin

Wind ist wohl das konstanteste am Wetter in Patagonien. Ansonsten hat man schnell mal alle vier Jahreseiten in einer Stunde: Sonne, Regen, Schnee etc. Von wegen Hochsommer :) 

Meine letzten 3 Stationen nach der Carretera Austral waren: El Chaltén, El Calafate (beide ARG) und jetzt Puerto Natales (Chile). Man ueberquert hier so oft die Grenze, wie man einkaufen geht... hat aber auch einen Grund! Die Grenze zwischen beiden Laendern wurde von einem gewissen Perito Moreno festgelegt: Es ist die Hauptwasserscheide zwischen dem Pazifik und dem Atlantik. Das heisst, jeder Fluss der in den Pazifik muendet, gehoert zu Chile und jeder Fluss in den Atlantik zu Argentinien. Da nun mal die Anden hier unten das interessanteste ist, was es gibt (vor allem die hohen Berge), wechselt man staendig die Seiten!

So bin ich also mit vielen bekannten Gesichtern von Villa O'Higgins mit einer alternativen Grenzueberquerung nach Argentinien: das Mini"Kreuzfahrtschiff" "La Quetru" faehrt ueber den Lago O'Higgins 4 h Richtung suedliches Ufer zu einer kleinen Siedlung Candelario Mancilla. Das ganze kostet aber einfach mal ca. 60 Euro! Von dort aus konnte man einen Sidetrip machen: mit dem gleichen Boot gings zum Glaciar O'Higgins. Uebrigens Bernando O'Higgins war ein Freiheitskaempfer in Chile ist der Nationalheld hier! In jeder Stadt ist die Hauptstrasse die Avenida O'Higgins. Ueberall O'Higgins :) Ist hier unten auch sowas wie eine Prestigesache so dicht neben Argentinien... auf jeden Fall gings also wie gesagt ueber weiter ueber den See zum Gletscher. Mit seeeehr viel Wind! Und ziemlich hohen Wellen. Am Gletscher gabs dann einen Whisky on the Rocks mit Gletschereis! Und das ganze war deutlich guenstiger als die eigentliche Bootsfahrt... hab ich bis heute noch nicht verstanden :D

Zurueck in Candelario Mancilla haben wir dann die Zelte aufgeschlagen und ein Feuer gemacht. Wir waren Gian us de Schwiiz, Agnes (SWE), Luis (Por), Carles (ESP) und Josip (Andorra). Lustiger Abend! Carles hatte auch eine Weinflasche mitgebracht. Top! Er ist aus Katalonien und hat sich mit Josip tatsaechlich auf catalán unterhalten. Man muss erst ans Ende der Welt fahren um jemanden aus Andorra kennenzulernen. Am naechsten Morgen mussten wir dann 22 km zur argentinischen Seite laufen, zum Lago del Desierto. Es gab ein Auto, dass einem zumindest die ersten 15 km den schweren Rucksack transportiert hat. Der Rest wurde dann mit dem ganzen Gepaeck gelaufen. Auf der argentinischen Seite mussten wir dann auf das Boot warten, dass uns aufs andere Ufer bringt und von dort gabs einen Bus nach El Chaltén. Die beiden Grenzposten hat man jeweils in nicht mal 5 Minuten passiert, es ging also zur Abwechlung mal superschnell!

das Cruiseship aufm Lago O'Higgins Full Sail ahead! ein Zodiac bringt Leute ins Niemandsland Blick auf das suedliche Eisfeld stuermisch war es! Eisberg voraus! mehr davon :) Eis fuer den Whiskey holen! den Whiskey geniessen ja Prost! anstossen mit Agnes (SWE)... Skål! der Glaciar O'Higgins auf gehts! Grenze erreicht! Bienvenidos warten aufs Boot

In El Chalén angekommen musste man erstmal wieder eines verarbeiten: Touristen. Viele! El Chaltén ist die argentinische Trekkinghauptstadt mit dem leicht zugaenglichen Parque Nacional Los Glaciares und dem bekannten Berg Fitz Roy. Dort kommt man viel leichter hin (asphaltierte Strassen und ein Flughafen in El Calafate), sodass eben viel mehr Touris da sind. Fuer mich war definitiv Villa O'Higgins das Ende der Welt! Dennoch ist El Chaltén genial weil man direkt vom Ort loshiken kann. Nach den 2 Tagen Bordercrossing war ich eigentlich ziemlich im Eimer aber Petrus meinte, keine Zeit zum chillen. Denn es waren 3 Tage perfektes Wetter! Ich hab einmal eine 1tagestour zur Laguna Torre und eine 2tagestour zur Laguna de los tres gemacht. Viele Menschen, aber geniale Aussichten auf die Berge! Wunderbar :) Und es war sogar so warm, dass ich in der Laguna baden war. Also fuer vielleicht 30 Sekunden :P. Auf den Treks trifft man viele Leute wieder und macht neue Bekanntschaften. Es gibt ja nur 2 Richtungen: nach Norden (Richtung Bariloche) oder nach Sueden (Richung Calafate). Also 50:50 Chance, dass jemand das gleiche Ziel hat. Ich war insgesamt 6 Tage in El Chaltén, weil ich ein Hostel gebucht hatte fuer einen spaeteren Zeitpunkt, als ich dachte. 

angekommen in El Chaltén Wanderweg bei traumhaftem Wetter! Laguna Torre Cerro Torre Mein Campingplatz Fitz Roy Trek Panorama! ohne Worte Icke und de Berge... passt :) Laguna de los Tres der Beweis! Sonnenuntergang

Dann gings also weiter nach Calafate (nach einer Heidelbeeraehnlichen Beere benannt), bei der es eigentlich nur ein Highlight gibt, aber das hat es in sich: der Perito Moreno Gletscher. El Calafate ist dann das erste mal nach Coyhaique mit grossem Supermarkt und Bankomaten. Die Stadt ist voller Touristen, aber im Gegensatz zu dem juegeren Backpackervolk in El Chaltén sieht man hier nur Ü50-Touris mit teuren Outdoorklamotten. Das klingt jetzt ziemlich abfaellig, aber ist nunmal die Realitaet! Werde ich spaeter wohl auch nicht anders machen :) Ich bin dann mit einer "alternativen" Tour zum Gletscher. Das heisst man faehrt durch argentinisches Farmland vorbei an Estancias (Ranches) und lernt was ueber die Geschichte. Dann laeuft man entlang des Sees immer stetig Richtung Perito Moreno. Dort kann man auch eine Bootstour machen, aber dat kannte ick ja schon :) Am Gletscher an sich gibt es viele viele Holzstege, von denen man einen herrlichen Blick auf den Gletscher hat. Auch logischerweise viele Leute, aber das ist nunmal auch genial!! Alle paar Minuten hoert man es krachen, weil wieder ein Stueck Eis abbricht. Da koennte man den ganzen Tag bleiben! Ist nur immer schwierig sowas auf Kamera festzuhalten, aber der Gletscher an sich ist auch nicht unfotogen:

Blick nach Westen an einer Estancia Posen vorm Gletscher Perito Moreno von weit weg Perito Moreno als Panorama Perito Moreno von Nahem steile Wand was fuer ein Blau! klein :)

Nach einer 7 h Bustour inklusive 2 h Grenzkontrolle gings dann weiter nach Puerto Natales in Chile. Ja mein geliebtes Chile! Hier ist wieder alles ruhiger und das Verhaeltnis von Locals zu Touristen ist wieder deutlich groesser! Dort hatte ich auf Empfehlung von ca. 300 Leuten das Hostel Erratic Rock gebucht. Top 3 Hostels bisher auf meiner Reise! Supereingerichtet, nettes Personal, Geniales Fruehstueck und eine Informationsrunde zu dem chilenischen Aequivalent des Parque Nacional Los Glaciares: der Parque Nacional Torres del Paine. Eigentlich sind die ganzen Nationalparks hier unten alle am selben Ort, naemlich dem Campo Hielo del Sur (suedliches Eisfeld), also die ganzen Gletscher werden alle von dem Ding gespeist.

Im Nationalpark kann man herrliche Mehrtagestreks machen und es stellt sich nur eine Frage: "W" oder "O"? Die Buchstaben spiegeln so ein bisschen die topografische Beschaffenheit der Wanderwege wieder. Das W bedeutet, dass man in 3 Taeler reingeht (4-5 Tage), wahrend das O der komplette Cicuit, also die Umrundung des ganzen Massivs ist (7-10 Tage). Im Hostel habe ich den Brasilianer Felipe kennengelernt, der das W machen wollte. Ich wollte eigentlich schon das O machen, aber alleine ist sowas gefaehrlich. Auf jeden Fall haben wir uns schon mehr oder weniger alles festgemacht, bis er ploetzlich mit einem ins Hostel kam, der nach einem Verrueckten fuer das O gesucht hat. Da konnte ich nicht nein sagen und habe Felipe eiskalt im Regen stehen lassen. Gluecklicherweise hat er bei der Infoveranstaltung eine Hollaenderin getroffen mit der er das W machen konnte. Und ich habe also jemanden fuer das O gefunden: Frederic aus Bonn. Er hat zuletzt in Spanien gearbeitet, hat seinen Job gekuendigt und macht jetzt eine Weltreise fuer ca. 2,5 Jahre. Warum auch nicht! Wir haben auf jeden Fall einen EInkaufsmarathon hinter uns, denn man muss sich ja fuer ca. 8 Tage verpflegen. 

Am 26. Januar gings dann los, wir haben uns fuer die gegen den Uhrzeigersinn-Variante entschieden, mit dem W am Ende. Es gab einfach mal 5 volle Reisebusse und alle muessen am NP-Eingang bezahlen und sich eine Sicherheitseinweisung auf Spanisch, Englisch und Hebraeisch (!) anhoeren. Nicht ohne Grund: vor 4 Jahren hat ein Israeli ca. 50 % des Waldes abgefackelt, weil er sein Klopapier verbrennen wollte. Auf jeden Fall teilen sich die Massen schnell auf, denn ca. 80 % machen das W und nur 20 % das O. Also nach einer Stunde war man schon wieder relativ allein. Die erste Etappe war gepraegt von steppenartiger Landschaft mit vielen interessanten Tieren. Am ersten Camp haben wir Jeff aus Ohio kennengelernt, der mit seinem JetBoil-System Wasser in 3 Minuten zum kochen bringt. War eine gute Hilfe im ploetzlich einsetzenden Regen! Am 2. Tag gab es eine lange (19 km) flache Etappe zum Refugio Dickson. Dort gab es viel Wind und Muecken....JetBoil zum zweiten! Die dritte Etappe war die kuerzeste. Aber das ist auch nicht verkehrt, da am naechsten Tag die Moerderetappe ueber den John Gardener Pass auf dem Programm stand. Das Problem war nur, dass die Parkranger bis 23 Uhr ihren Generator liefen lassen... Ich bin dann ziemlich entnervt hin, und habe gefragt, wie lange das noch so gehen sollte und dann war Ruhe. Also am naechsten Tag frueh raus und dann 650 m Anstieg. Aber wir hatten unglaubliches Glueck, denn das Wetter war genial! Das ist wichtig da oben, weil der Pass oefter mal geschlossen wird wegen Schnee. Auf 1200 m im Hochsommer. Patagonien :) Einmal am Pass angekommen, nimmt der Wind zu aber es war nicht so schlimm wie ich es gedacht hatte. Es wurde viel im Vorfeld berichtet, aber am Ende war alles halb so wild. Das coole ist, wenn die Route nimmt, hat man einen unglaublichen Blick auf den Glaciar Grey. Und man sieht ihn fuer die naechsten 5 Stunden. Wir haben den Pass mit Jeff (48) bezwungen und haben die Australier Andrew (52) mit seiner Tochter Emma, the empress of the mountains (22) kennengelernt. In dieser Konstellation zu fuenft sollten wir dann auch die naechsten Tage zusammen sein und auch zurueck in Pto Natales! Nach insgesamt 12 Stunden aufm Trek kamen wir voellig entkraeftet im Refugio Grey an. Gluecklicherweise ist es bis 22:30 hell. Eben wie bei uns im Sommer. Fuer die ganzen naeher am Aequatorwohnenden (Amis, Suedeuropaer,Suedamerikaner, Australier) ist das eine voellig neue Erfahrung. Refugio Grey ist das westliche Ende des W's. Also "Zivilisation" und viele Menschen. Aber OK, es ging eigenlich... Es war nur deutlich windiger auf der Suedseite des Parks. Wir hatten insgesamt 3 Naechte in den Taelern, in denen es sehr kalt war! Im Valle Francés haben wir bei einer Rettungsaktion mitgeholfen. Eine aeltere Frau wurde durch den Wind von einem Felsen gestossen und ist mit dem Bein in einen Ast geflogen. Eigentlich nicht sehr wild, aber sie konnte halt nicht mehr laufen. Wir waren schon am Campsite und wollten weiter, als einer nach Hilfe geschrien hat. Also 30 min Aufstieg zum Unfallort, die Frau war schon auf einer Trage. Insgesamt haben ca. 30 Leute mitgeholfen, aber es hat trotzdem ueber 3 Stunden gedauert. Also gab es wieder eine spaete Ankunft am naechsten Campingplatz. Am letzten Tag sind wir frueh aufgestanden um den Sonnenaufgang zu sehen. Das war cool, aber leider hat man "las Torres" nicht gesehen weil sie in den Wolken waren. Das waren 8 Tage Abenteuer und man lernt auch echt mal die einfachen Dinge zu schaetzen. Zurueck in Pto. Natales gab es erstmal Steak (auf Kosten von Jeff!) und abends Superbowl in einer Bar mit vielen Leuten, die man aufm Trip kennengelernt hat. Coole Sache!

Frederic und ich am Anfang Vicuñas! Adler aufm Baum Adler aufm Boden Wegmarkierung Lago Dickson vom Wind gebeutelte Landschaft ein falscher Schritt und Matsch! unter der Rinde lauern Kaefer Richtung Pass Schneefelder! Auf dem Pass Panorama auf den Glaciar Grey Sprungbilder sind in. Gletscher 27 km lang! Groessenverhaeltnis! unwirklich auf der Suedseite Lago Nordenskjoeld eines unserer delikaten Abendessen die Truppe Los Cuernos Panorama die Rettungsaktion Fuchs Las Torres Sonnenaufgang Frederic die Mumie Alle warten auf den Bus fuer 1000 Pesos geschenkt :)

Ich habe jetzt 2 Tage hier im Hostel rumgehangen und nachher gehts nach Punta Arenas, der letzte Ort in Chile! Ich bin in bisschen erkaeltet, und nach all den Abenteuern brauche ich mal ein paar Tage Ruhe. Ich freu mich auf die Pinguine und waermere Temperaturen in Buenos Aires in ca. 2 Wochen :) 

Machts gut!

19Januar
2014

Carretera Austral

Hola! 

Ja ich lebe noch :) Das waren 3 abenteuerliche Wochen im chilenischen Patagonien! Grade befinde ich mich in El Chaltén, der argentinischen Trekkinghauptstadt. Das erste mal seit langem mal wieder viele Touristen und ein Rechner! 

Also wie fasse ich die Zeit am besten zusammen?! Gar nicht. Mal der Reihe nach. Am 28. 12. bin ich von Puerto Montt mit der Faehre nach Chaitén (ja Verwechslungsgefahr) gefahren, habe also die ersten 200 km der Carretera Austral schonmal weggelassen, wollte einfach Boot fahren :) Auf der Faehre habe ich dann tatsaechlich jemanden wiedergetroffen, den ich kannte. Nach langer Ueberlegung viel mir ein, dass ich mit ihm surfen war in Arica! 

In Chaitén musste ich dann zum ersten (und bei weitem nicht zum letzten mal!!) die ganze Naturgewalt Patagoniens erleben: Regen. Und nicht ein bisschen Niesel, REGEN! Das Wetter sollte erstmal fuer mindestens eine Woche schlecht bleiben. Deshalb habe ich dann auch so schnell wie moeglich versucht nach Futaleufu ("grosser Fluss") zu kommen. Top 3 Riverrafting Spot der Welt! Das habe ich dann auch gemacht, am 31.12. sozusagen als letztes Highlight des Jahres. Es hat da auch wieder geschuettet wie aus Eimern, aber ist ja egal man wird ja eh nass :) Die Leute von der Agentur (Peruaner) haben mich auch abends zum Asado eingeladen. Es gab, klassisch, Cordero (Lamm) am offenen Feuer. Kurz vor Mitternacht wurde angeschnitten! Mal ein anderes Silvester!

Am naechsten Tag hatte ich die absurde Idee, mich nach Sueden durch zu hitchhiken. Alles fing an mit einer unangenehmen Erfahrung am Tante Emma Laden: ein (immernoch!) betrunkener Chilene hat mich tierisch angepoebelt! Da war ich ueberhaupt nicht drauf vorbereitet, bis hierhin war ja alles easy. Na auf jeden Fall habe ich dann festgestellt, dass er einen uebelsten Hass auf Israelis hatte! Ich meinte ich waere aus Deutschland, da wusste er nicht was er machen sollte, weil die Deutschen sind ja eigentlich ganz cool. Ist er halt zum naechsten Touri gegangen und hat den zugetextet. Warum er die Israelis so gehasst hat wurde mir spaeter allerdings mehr als bewusst!

Von Futa hat mich schnell eine chilenische Familie nach Villa Santa Lucia (300 Einwohner) gebracht. Eigentlich ein guter geografischer Punkt, da alles, was aus Nordchile und Argentinien kommt, muss da durch. ABER: ja die Israelis :) In dem Nest warteten schon 6 Israelis (2 Gruppen a 3 Leute) auf eine MFG. Ich dachte, ja cool, haste Leute zum quatschen! Die waren auch voll in Ordnung. Aber kein Auto stoppt auch nur Ansatzweise. Und dann war ja noch der 1.1., also ist alles geschlossen, und eben kaum Verkehr. Wir haben 6 Stunden gewartet und dann beschlossen, in einer alten Huette zu uebernachten. Ich durfte also zum ersten mal mein Zelt aufbauen, denn das Haus hatte keine Tueren oder Fenster. Am naechsten Tag habe ich dann beschlossen alleine zu warten, und siehe da, das klappt! Ein nettes Brasilianisches Ehepaar nahm mich mit. Es ging sogar weiter nach Puyuhuapi, wo ich eigentlich hinwollte. Dort gibts den Parque Nacional Queulat. Gemaessigter Regenwald (und ja Ueberraschung, es hat geregnet), also dichte ueppige Vegetations und ein cooler Gletscher. Dort war ich dann aber auch wieder gezwungen zu uebernachten, weil ich zu spaet an der Strasse war zum warten. So langsam wurde die Zeit eng, weil ich am naechsten Tag in Coyhaique sein wollte. Ich habe da ein Hostel gebucht, was mir von vielen empfohlen wurde (auch vom Lonely Planet). Ging dann aber ganz gut: erst 4 chilenische Studenten, die mit ihrem Jeep zu irgendnem See gefahren sind zum angeln. Eine coole Truppe! Sie haben mich an einer Kreuzung rausgelassen, ca. 200 km vor Coyhaique. Aber da musste ich keine 10 min. warten! Eine Familie aus Ecuador nahm mich mit. Die haben eine Auto gemietet und sind damit rumgefahren. Alle konnten englisch, supernette Leute!

In Coyhaique habe ich dann gemerkt, warum das Hostel empfohlen wurde: es wurde von 2 Netten Dresdnern gefuehrt, es gab die besten Betten seit langem und selbstgebackenes Schwarzbrot! Hostal Patagonia. Tip auch von mir :) Ich habe lange mit Thomas, dem Besitzer, gequatscht... er war vor ca. 20 Jahren zum ersten mal da und da hat ihn das Fieber gepackt. Er hat so ziemlich alles gemacht, was irgendwie mit in der Wildnis ueberleben zu tun hat, also ein richtiger Outdoor-Profi. Durch den Nachwuchs haben sie sich dann aber entschlossen, das Hostel zu eroeffnen. Und er hat mir auch allerlei Geschichten von den Travellern erzaehlt, vor allem auch von den Israelis. Das eigentliche Problem ist natuerlich nicht ihre Herkunft, sondern ganz einfach die Tatsache, dass die alle fertig sind mit der Armeeausbildung und am Rumreisen sind. Der eine Israelis aus Villa Santa Lucia meinte, es waeren ueber 16000, die auf Reisen sind. Und da liegt das Problem: Sie reisen immer mindestens zu dritt. Und die Carretera Austral runterzuhitchhiken steht bei denen ganz oben auf dem Programm! Aber wenn dann 8 oder mehr von denen am Strassenrand stehen, ist das einfach nur laecherlich! Und je groesser die Gruppe, desto mehr benehmen sie sich daneben. Deshalb haelt auch keiner an. 

Eben aufgrund dieser Schwierigkeiten, der geringen Anzahl an Bussen und aber auch der zunehmend herrlicher werdenden Landschaft habe ich dann beschlossen mir mal ein Auto zu mieten. Da kam das Schweizer Paerchen Rosi und Christian wie gerufen. Sie wollten ein Auto fuer 7 Tage mieten und wieder in Coyhaique abgeben. Ich bin fuer 4 Tage mit denen rumgereist. Oh ja, einsame Schotterbisten mit einem 3.0 TDI 4x4 Chevrolet Pickup. Spass!!!!!!! Und dazu wurde das Wetter auch zunehmend besser. Obwohl das ja im Auto egal ist, aber hey man kann ja alle 100 m anhalten und Panorama Bilder machen :) Die wohl schoenste Strecke ist suedlich des Lago General Carrera, von Puerto Guadal nach Chile Chico. Einfach nur atemberaubend!

Nach den 4 Tagen haben sie mich dann in Cochrane rausgelassen, dem letzten Ort mit einer Tankstelle und einem Bankautomaten (der hat natuerlich nur MasterCard akzeptiert... aber ich hatte eh halbwegs ausreichend Bargeld und vor allem 400 Dollar fuer Argentinien dabei). Der naechste Stopp war dann Caleta Tortel. Ich habe hals ueber Kopf einen Bus gebucht (gibt nur einen in der Woche). Das sind ca. 300 km/3,5 h Fahrt entlang des Rio Baker, dem groessten Fluss Chiles. Tortel besteht nur als Holzstegen und - Treppen, wieder was ganz anderes! Ich habe mein Zelt am Strand aufgestellt, und habe Oscar kennengelernt, der ein Feuer gemacht hat und Chang (indisches Instrument) gespielt hat. Einfach nur entspannt! Am naechsten Tag war dann wieder Hitchhiken angesagt, um zum letzten Stopp, Villa O'Higgins, zu kommen. In stroemenden Regen auf der Ladeflaeche von 2 Pickups gings zu einer kostenlosen! Faehre durch einen Fjord. Von dort aus sinds nochmal gute 2 Stunden bis nach Villa O'Higgins. Also habe ich andere Fahrer von Autos angequatscht. Erfolg hatte ich bei einem Italiener, der in Dtl gewohnt hat und deutsch sprach. Er ist ganz nebenbei wissenschaftlicher Leiter eines Kernforschungszentrums in Bruessel. Er und seine Frau haben NICHT in einem Hostel uebernachtet :)) 

Villa O'Higgins ist dann wirklich sowas wie das Ende der Welt, aber es gibt ein cooles Hostel, wo ich viele Leute wiedergetroffen habe, die irgendwann mal gesagt haben, dass sie die Carretera runterwollten. Echt cool! Dort gibts dann die Moeglichkeit, in 2 Tagen nach Argentinien zu kommen. Man muss ein Boot nehmen, das ueber den Lago O'Higgins faehrt und als Sidetrip dann zum Glaciar O'Higgins weiterschippert. Ja Bernardo O'Higgins ist Chiles Nationalheld :) Nach einer Uebernachtung in einer kleinen Siedlung (3 Hauser) gings dann 21 km zu Fuss nach Argentinien. Zum laufen Ok, aber die ganzen Radfahrer haben einem Leid getan! 

Ja in El Chaltén bin ich jetzt auch schon wieder 4 Tage, das Wetter war soooo herrlich, da musste ich 3 Tage wandern gehen: Stichwort Cerro Fitz Roy. Einfach nur genial!

Ich sitze grade in einem Reisebuero mit Rechnern. An der Wand steht geschrieben, dass es hier nur Internet ueber Satellit gibt, dementsprechend hoch sind hier die Ladezeiten! Also auf Bilder muesster noch warten, aber in 2 Tagen gehts nach El Calafate, mal wieder eine "Metropole". Ich denke da klappt dit.

Es sei diesmal auf mein Album bei Facebook verwiesen: 

https://www.facebook.com/benjhagen/media_set?set=a.655625714501284.1073741827.100001615833453&type=1

Machts jut! Viele Gruesse!

28Dezember
2013

Das letzte Mal Zivilisation

Hola! Viele Gruesse aus Ancud, auf der wunderschoenen Insel Chiloé! Ich bin hier leider nur fuer eine Nacht, heute Abend gehts mit der Faehre von Puerto Montt nach Chaitén. Von da aus will ich dann fuer die naechsten Wochen gen Sueden trampen, entlang der einsamen carretera austral

Erstmal gibt es noch einen kleinen Nachtrag aus Valdivia und noch ein paar andere Bilder der letzten Zeit: 

Pucon; nochmal Bilder von Brett und Dave, weil ich die spaeter nochmal getroffen habe:

der einsame Brett Baumtroll Dave River Rafting Rio Trancura

Bariloche:

Aussicht vom Cerro Campanario Fahrradtour mit Yannik (Bel) und Armin (Deu) ohne Worte Middach am Strand Super Aussicht tolle Farben

Los Angeles:

mein Zelt im Nationalpark Laguna del Laja

In Valdivia habe ich einen Tag einen Ausflug an die Kueste gemacht, gibt coole Buchten! Auf dem Rueckweg vom Strand habe ich mich durch das Dickicht geschlagen und bin auf einem Privatgrundstueck gelandet. Die Familie, die grade Mittag gegessen hat, war davon natuerlich nicht begeistert! Ich hab mich entschuldigt und wollte klarstellen, dass ich zur Strasse wollte. Also wurde ich erstmal auf einen Saft und ein Eis eingeladen! Ich haette auch noch das komplette Mittag haben koennen... sehr sehr nette Leute, so laeuft das hier! Sie meinten, sie wuerden aber auch im Gegenzug erwarten, dass wenn sie mal in Deutschland sind, aehnlich freundlich empfangen werden! Naja kommt vielleicht auch auf das Grundstueck an. 

Auf dem Rueckweg bin ich dann an der Brauerei des besten Bieres von Chile vorbeigekommen, der Cerveceria Kunstmann. Dort habe ich eine Verkostung gemacht, es gibt wirklich gute Sorten! Bei der einen Sorte wird sogar der Hopfen aus Deutschland importiert...

Seeloewen in der Stadt ein Foucaultsches Pendel Uboot im Hafen Fiese Bremsen! Ende Dezember gehts los mit der Plage Die Pazifikkueste bei Niebla viele nette Buchten mit Krabben Straende ... ... und Felsen Malerisch! Space Invaders Die Brauerei des Besten Bieres in Chile: Kunstmann 11 Biersorten zum Probieren!  es weihnachtet sehr!

Am 24. 12. bin ich in Puerto Varas angekommen, habe im Hostal Casa Margouya eingecheckt und einen wahrlich schoenen Weihnachtsabend gehabt! Die Idee war: jeder kocht was fuer den Abend und dann wird das Essen geshared, buffetmaessig. War super! Interessanterweise waren im Hostel fast ausschliesslich Amerikaner, aber coole Leute. Da war ein abgefahrener Bergsteiger vorbei, der krasse Geschichten und Bilder aus dem Himalaya parat hatte. Am Abend, vor und nach dem Essen haben wir superviel Schach gespielt. Es war immer interessant zu beobachten, auch bei mir, wie man am Anfang (auch durch den guten Wein, den der Hostelbesitzer ausgeschenkt hatte) noch viel erzahlt und gewitzelt hatte, und ploetzlich seine volle Konzentration und das Spiel gelegt hatte. Totale Anspannung und Stille, war genial :) In der Nacht gings dann noch in ein Pub, nichts besonderes ausser der eine Barkeeper, der eigentlich als Chefkoch auf nem Kreuzfahrtschiff arbeitet, und nur wegen Weihnachten im Ort war. Er meinte er ware der meistrespektierteste man auf dem Schiff! Kann man sich aber auch vorstellen...

An einem Tag wollte ich dann eine Kayaktour machen, mit nem deutschen Guide, einem Mexikaner und 2 Franzoesinnen, die Lehrerinnen fuer Gebaerdensprache sind. Total geil wenn die sich "unterhalten". Hat im Alltag viele Vorteile meinten sie: Theater, Disko, ueber weite Entfernungen etc. Interessant :) Die Tour viel aber ins Wasser, weil zum einen Wetter nich so doll war, aber eigentlich, weil der Strand, an dem die Boote ins Wasser kommen sollten, voller Menschen war! Wie Rimini zur Hauptreisezeit, war halt der 25., also Feiertag. Trotz des Wetters...Naja Geld gespart :) 

Heiligabend mit Waldbrandrauchschwaden am Lago Llanquihue

Am 26. bin ich dann nach Puerto Montt, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt (von hier aus geht die beliebte und schweineteure Navimag-Faehre nach Puerto Natales/ Suedpatagonien, wo ich dann auch irgendwann in den naechsten Wochen sein werde!). Ich habe mir ein Zelt gekauft und eben das Faehrticket nach Chaitén. 

Jetzt bin ich wie schon gesagt in Ancud, einem netten Fischerort im Norden der Insel Chiloé. War noch mal richtig gutes Wetter hier, viel Sonne! Das wird sich aber die naechste Woche aendern, in der gesamten Region, sieht nach viel Regen aus, und ich moechte trampen... nuja mal schauen :) 

Gestern gab es noch ein kulinarisches Highlight, vielleicht eines der besten Meeresgerichte, das ich je gegessen habe: Curanto. Ich bin da hin mit 2 Amis, einer Britin und einem Suedafrikaner mit dem Namen Daniel Hagen! Er hat deutsche Vorfahren... Auf jeden Fall handelt es sich bei dem Essen um einen Berg von einem Muschelteller (2 Arten) und einer Kartoffel, einer Wurst, Huenchen und Schweinefleisch. Also nicht nur Meeresfruechte, aber gut! Der eine Amerikaner hat den Kellner gefragt, wie alt das Restaurant waere; der hat dann den Restaurantbesitzer rangeholt, der im Prinzip die gesamte Geschichte des Seefangs der Insel wiedergegeben hatte. Ich hab zwar nicht viel verstanden, war aber trotzdem interessant ihm zuzuhoeren, weil er wie so ein alter klassischer Seebaer aussah! Mit einem zugekniffenen Auge und Oberarme wie jemand, der sein ganzes Leben auf der See verbracht hatte! Fehlte nur noch eine Muetze und ein Pfeife und er waere DER Bilderbuch-Kapitaen. 

Faerhueberfahrt mit Linienbus startende Pelikane das Hostel Der Welthafen von Ancud Miriam, Jordan and Shane Curanto!! der Seebaer

Ja wie versprochen ist das Wetter heute schlechter, ich fahre gleich nach Castro, dem Hauptort Chiloés mit einer der tollen Holzkirchen. Ich wuensche an dieser Stelle schonmal allen einen guten Rutsch!! Ich werde irgendwo weit weg von irgendwelchem Feuerwerk sein... aber gut, ich fahr ja bald nach Feuerland. Haha! Machts gut!

21Dezember
2013

3 Wochen Farmstay und bald gehts in den Süden!!

Hola, ich bins mal wieder! Ich bin wieder zurueck aus Argentinien, nachdem an der Grenze gestreikt wurde gings wieder nach Chile. 

Ich habe die letzten 3 Wochen auf einer Farm gearbeitet, 25 km oestlich von Los Àngeles, Regon Bio Bio. Wie ich dazu gekommen bin? In Iquique wurde mir die Seite Helpx.net empfohlen, die eigentlich fuer Australien und Neuseeland gedacht ist; es gibt aber den Button "International". Ich habe da gar nicht so lange rumgesucht und bin dann auf das Angebot gestossen. Nach kurzem Emailverkehr mit Carlos Schurch bin ich dann am 01.12. nach LA (die nennen das hier auch so) gefahren und dort wurde ich von Carlos abgeholt. Es ging dann zur Farm, wie gesagt ca. 25 km nach Osten, aber dann nochmal 3 km Schotterpiste zum 120 ha grossen Land. Allradantrieb for the win!! Die Farm gehoert Sigfredo (!) Schurch, 81 (!!) und seiner Frau Juanita, 67 und eben ihrem Sohn Carlos, 35 (!!!). Er hat aber auch noch eine Schwester: Marcela, 25 (!!!!). Auf der Farm gibts ueber 150 Kuehe, 300 Schafe, 17 Hunde, Walnuss-, Haselnuss-, Rapsplantagen und ein,wie ich bald erfahren musste, viel zu grosses Weizenfeld :) Ich habe ein eigenes kleines Haeuschen gehabt, aber eben kein Internet.

 Mi Casa  Links eine Haselnussplantage Schafe im Anmarsch! Der Maehdrescher! Repariert wurde viel auch von Sigfredo!

Der Alltag sah eigentlich immer so aus: 8 Uhr im Haus der Eltern antreten, Fruehstueck bis ca. 9 Uhr, dann Hunde fuettern, dann Arbeit machen, von 12 bis 14 Uhr Mittagspause, dann bis 18 Uhr arbeiten, irgendwann zwischen 19.30 und 21 Uhr Abendbrot und dann einfach nur schlafen! Und auch Samstag ist Arbeitstag. Das Essen war eigentlich immer sehr gut! Es gab immer leckeren frischen Jugo, also Saft, aus eigenen Fruechten (Heidelbeeren, Himbeeren etc.), Juanita hat immer eigenens Brot gemacht und es gab oft frisches Fleisch vonner Weide. Schwierig war es dann mal wieder mit der Kommunikation wenn Carlos nicht da war, denn Sigfredo und Juanita koennen weder Deutsch noch Englisch. Aber da musste ich durch. Jetzt kenn ich immerhin viele Begriffe aus dem Bauernhofalltag!

Frische Brombeeren Wilde Huehner Jibt Nachwuchs!

Zur Arbeit an sich: das war am Anfang relativ entspannt, Carlos hat mir viel von der Farm gezeigt, am ersten Tag bekamen alle Kuehe Vitaminspritzen und ich sollte die Nummern von den Ohren aufschreiben. Nich so wild :) Dann habe ich 2 Tage lang den echt coolen Pool gestrichen, wird ja Sommer! Dann bin ich auch ab und zu in die Stadt gefahren zum Haus der Eltern. Man muss an der Stelle auf jeden Fall erwaehnen, dass die alle nich allzu sehr in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Carlos hat nen neuen VW Amarok (alle Pickups werden im uebrigen als Camioneta bezeichnet) und ein Apartment in der Stadt, Juanita einen Subaro Combi, Sigfredo ne schoene neue M-Klasse und einen Ford F-150 Platinum, ein Monster (5,20m) ! Und eben das Haus in der Stadt. Am ersten Wochenende bin ich in den Nationalpark Laguna del Laja "gefahren": Hab meine ersten Erfahrungen mit Hitchhiken gemacht, weil da keine Busse hinfahren. Im Nationalpark habe ich eine Nacht wild gecampt und war so gut wie alleine dort! Der NP vor allem dadurch interessant, dass ein ehemaliger Riesenvulkan explodiert ist und somit einen natuerlichen Stausee -eben die Laguna del Laja- erschaffen hat. Ganz verrueckte Landschaft! 

Pool streichen: 70 % complete auf dem Weg zum Nationalpark Vulkanlandschaft Lavaformation Die Sierra Velluda Wasserfall! Mond pls Strasse Hitchhiken auf nem CamionetaAuf dem Rueckweg auf eine Mitfahrgelegenheit warten...

Die erste Woche war also echt jut! Dann wurden die Aufgaben stupider: jede JEDE Menge Unkraut entfernen! Und ick weeß dit klingt jetzt doof, bei viel zu heissen Temperaturen! So entspannte 35 Grad uffm Feld und kein Wind. Und zu allem Ueberfluss: Heuschnupfen! Allergie! Ich hab ne 90 € Reiseapotheke mit (hier an dieser Stelle ein big thx to Bruno! Sehr nuetzliche Sachen bei, hab auch schon einigen geholfen...) aber das mit der Allergie hat ich nich aufm Zettel, dafuer kannste nuescht, Bruno, das ist meine eigene Selberschuld! Aber passt ja auch, anfang Juni blueht der Mist bei uns, und nu ham wat ja Anfang Dezember eben nur auf der suedlichem Hemisphaere. Da die Weizenaehren meine Arme anschwellen liessen, musste ich also auch noch einen Overall anziehen. Nuja da weiss man dann auch irgendwann warum man studiert hat :D Ich bin auf jeden Fall wie ein Schneemann aufs Feld (vieeeel Sonnencreme) und bin wie Marathon-Weltrekordler zurueck (Schweiss+Staub). 

Dann hatte ich ja auch zwischenzeitig Geburtstag, da gabs ein Riesenfest! Aber nicht wegen mir, sondern weil ein Neffe von Carlos auch Geburtstag hatte. Da gabs 2 Corderos (Laemmer) und viel Bowle und Piscola! Es kam aber immerwieder die Aufforderung, hilf da mit und mach dies. Ich bin ja schliesslich immernoch der Helper. Aber ich hatte trotzdem meinen Spass und hab mich mit den gleichaltrigen gut verstanden! 

Geburtstag + Gaeste Asado!

Dennoch hatte der gesamte Stay einen faden Beigeschmack, weil wie grade erwaehnt, wurde ich immer als der Arbeiter angesehen. Also wenn was nicht richtig war, dann wurde mir das entsprechend mitgeteilt. Ich mein gut, ich habe kostenlos gelebt und wurde gut versorgt, keine Frage. Aber auch nach 3 Wochen war immernoch eine ziemliche Distanz vorhanden, teilweise sehr ernst. Ich fands immer krass wenn ich voellig fertig von der Arbeit zum Haus kam und Carlos meinte, ach gut dann kannst du jetzt ja noch das und das machen und ging mit einem Buch zum Pool ... den ich ja gestrichen habe! Am Ende war auch komisch, denn die Eltern haben sich nicht verabschiedet, sind einen Tag vorher zu ihrem Haus und Carlos hat mich vorm Terminal auf der Strasse rausgelassen und so labidar Tschuess gesagt. Und zu allem Ueberfluss hab ich direkt an meinem Geburtstag mein Smartphone zerschossen, weil ich es in die Tasche der nassen Badehose gepackt hatte. Da muss sich das Etui vollgesaugt haben und die Feuchtigkeit an das Geraet abgegeben haben. Also Handy im Arsch!

Trotzdem oder gerade deshalb freue ich mich wieder aufs rumreisen! Ich bin grade in Valdivia und heute ist der laengste Tag des Jahres! Ich habe mir ein neus Smartphone gekauft (ein Samsung Galaxy Grand) und es kam die Nachricht, dass mein MP3-Player in Santiago angekommen ist! Den hatte ich naemlich vergessen und herschicken lassen (nochmal danke ;) ). Hat auch nur 2 Monate gedauert! :D Den werde ich dann Montag in Santiago abholen und dann gehts nach Puerto Varas, dem angeblich schoensten Dorf Chiles, wo ich auch Weihnachten verbringen werde. 

Ich bin auf jeden Fall zu neuen Abenteuern bereit und freu mich auf Patagonien! Trotzdem vermisst man auch so einige Sachen: natuerlich die Geborgenheit zu Hause, die Katze :), die schoenen Abende in Dresden mit allen Leuten (Viele Gruesse an alle!!!!) und ich wuerde auch gerne mal wieder ne Runde Fussball zocken wollen! Aber vielleicht fahre ich zur WM nach Brasilien und lasse mich fuer die Australier einwechseln, dann werden die sicher Gruppenerster vor Chile, Holland und Spanien :P

Ich wuensche allen frohes und besinnliches Weihnachtsfest! Feliz Navidad!

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